1400 Kilometer für sechs Striche

25 Mal um die Erde – so weit ist Peter Kirchhoff mit seinem Skoda Fabia gefahren. Pünktlich zum 13. „Geburtstag“ seines Autos machte er 2013 am Skoda-Stammwerk in Mlada Boleslav die Million Kilometer voll – und ich war dabei. Ein Rückblick auf einen kilometerreichen Ausflug!

Start der "Million-Fahrt" am Heimatort von Peter Kirchhoff.
Start der „Million-Fahrt“ am Heimatort von Peter Kirchhoff.

Eigentlich hätte ich ja zuhause bleiben und für die Politik-Klausur lernen sollen. Eigentlich. Stattdessen rolle ich hier auf mal besseren, mal schlechteren Landstraßen quer durch die tschechische Pampa. Vor mir führt die Straße mitten durch Kornfelder kilometerlang geradeaus, geradewegs ins Nichts. Na ja, vielmehr in Richtung immer dunkler werdenden, fast schon bedrohlichen Regenwolken. Hinter mir: 20, 25 oder noch mehr Skoda. Der Konvoi fährt nach Mlada Boleslav, der tschechischen Stadt mit dem Skoda-Stammwerk und -Museum. Es ist die „Million-Fahrt“, wie Peter Kirchhoff die Fahrt nennt. Seine Fahrt, und die seines Autos. Es ist 13 Jahre nach Auslieferung des Fabia nämlich die entscheidende Fahrt, mit der sein Skoda mit dem 1,9 TDI den unglaublich anmutenden Kilometerstand von einer Million Kilometer vollendet.

"Million-Fahrt" mit Peter Kirchhoff!
„Million-Fahrt“: Zig Freunde, Bekannte und Unterstützer waren dabei.

Am Vortag startete die „Million-Fahrt“ – nicht etwa in der tschechischen Pampa, sondern in Peter Kirchhoffs Heimatort Sprockhövel (NRW). Schon vom Start weg begleitete ihn eine kleine Gruppe von Freunden und Forenbekanntschaften in Richtung Dresden, quasi zum Sammelort und Ausgangspunkt für die eigentliche „Million-Fahrt“. Und mittendrin: meine Wenigkeit mit meinem Skoda Octavia (1U). Die Fahrt nach Dresden, also dem ersten Etappenziel, gestaltete sich bis auf zwei kleinere Staus recht angenehm – zumindest fürs Auto. Während sich der 1,8 Turbo meines Skoda Octavia bei Außentemperaturen um 26 Grad und einem Tempo von 90 km/h offenbar extrem wohl fühlte, schwitzte ich unter der sengenden Mittagssonne vor mich hin. Es ist nicht nur das Wohlfühl-Tempo meines Octavia, sondern auch das von Peter Kirchhoff: Den Großteil der bald eine Million Kilometer im Skoda Fabia (6Y) hat er im besonders verbrauchsgünstigen Tempo von knapp unter 100 km/h absolviert – was sich im niedrigen Durchschnitt von 3,68 Litern je 100 Kilometer niederschlägt. Und während die Verbrauchsanzeige meines Octavias ebenfalls rekordverdächtig niedrigen Werten entgegensegelte, stieg mein Wasserverbrauch im warmen Auto so hoch wie nie.

Skoda Octavia als Campingmobil – Zwischenstop in Dresden auf dem Weg nach Mlada Boleslav.
„Million-Fahrt“: Skoda Octavia als Campingmobil – Zwischenstop in Dresden

Nach dem ersten Streckenabschnitt, einem abendlichen Umtrunk und meiner abenteuerlichen Nacht im zum Campingmobil umgebauten Skoda Octavia trafen sich die Teilnehmer vor den Toren Dresdens wieder. Pünktlich um 8 Uhr sollte der Konvoi in Richtung Mlada Boleslav weiterrollen. Doch im Gegensatz zum ersten Treffpunkt in Sprockhövel erwartete uns in Dresden locker die fünffache Menge an Teilnehmern: Über 80 Leute mit 60 Skoda wollten Peter Kirchhoff und seine „Million-Fahrt“ unbedingt begleiten. Strahlender Sonnenschein und beste Sichtverhältnisse zu Beginn der Fahrt ließen auf einen schönen Tag hoffen, doch begrüßte uns das tschechische Wetter bereits wenige Kilometer hinter der deutsch-tschechischen Grenze in ganz schön schlechter Laune – und hetzte uns dunkle Regenwolken auf den Hals. Und zu allem Überdruss riss der Konvoi zu Peters „Million-Fahrt“ komplett auseinander: Die von Peter geplante Route war schlichtweg eine andere als die, die das Navi vieler Teilnehmer vorschlug. Da ich zur Navi-Fraktion gehörte, befand ich mich auf einmal in einer Gruppe recht orientierungsloser Skoda-Fahrer und nach Absprachen mit ihnen an deren Spitze wieder.

"Million-Fahrt" mit Peter Kirchhoff: Landstraße vor Mlada Boleslav.
„Million-Fahrt“: Tschechische Landstraße im Nirgendwo vor Mlada Boleslav.

Und so übernehme ich, stets in Funkkontakt (CB-Funk) mit einem Teilnehmer direkt hinter mir und einem weiteren am Ende des Konvois, auf einmal die Rolle des Führungsfahrzeugs und leite den Konvoi nach Mlada Boleslav. Durch die stark arbeitenden Scheibenwischer kann ich die zahlreichen landwirtschaftlichen Felder erahnen, in den Außenspiegeln reflektiert das Licht der Scheinwerfer der anderen Skdoa. Und im Funkgerät rauscht und knackt es immer mal wieder. Und genau darüber kommt nach zig Kilometern durch die Einöde auch der vermehrte Wunsch nach einer Toiletten-Pause auf. Was mich zur Frage bringt: Wie und wo bringe ich rund 30 Autos unter? Mitten auf der Landstraße erscheint mir doch etwas zu heikel, weshalb ich mir am Rande des nächsten Ortes in Aussicht auf einen großzügigen Kiesplatz am Straßenrand ein Herz fasse und den Konvoi stoppe. Und so kommt’s, dass auf einmal 30 Skodas ein kleines tschechisches Dorf in der Landschaft vor Mlada Boleslav in Beschlag nehmen. Ein kurioses Bild, wie die Autos neben-, hinter- und voreinander auch das letzte Quäntchen Platz zu nutzen versuchen, ohne den eigentlichen Verkehr zu behindern.

Alle Teilnehmer der "Million-Fahrt" am Skoda-Museum in Mlada Boleslav.
Alle Teilnehmer der „Million-Fahrt“ am Skoda-Museum in Mlada Boleslav.

In Mlada Boleslav angekommen, finden sich schließlich auch nach und nach die Splittergruppen des Konvois ein –einschließlich der Hauptperson und seinem kleinen Silberpfeil, noch mit einigen Reserve-Kilometern auf der Uhr. Mit punktgenauen Kilometerstands-Jubiläen hat Peter Kirchhoff Erfahrung: Die 500.000 Kilometer fielen am Torfhaus im Harz, die 600.000 am Fuße des Brandenburger Tor in Berlin, die 777.777 direkt am Eifelturm in Paris und die 950.000 an der Tower Bridge in London. Und jedes Mal kam Peter Kirchhoff mit dem exakten Kilometerstand an. Und so sind auch bei der „Million-Fahrt“ Sorgen unbegründet, es könnte nicht klappen: Mit einer letzten Runde durch Mlada Boleslav fährt der Skoda Fabia auch noch die letzten Kilometer vor der Million herunter, ehe Peter Kirchhoff unter großem Beifall und Zurufen auf dem Parkplatz des Skoda-Museums empfangen wird. Die spannende Frage: Wie würde sich die eine Million Kilometer im Tacho zeigen? Antwort: Gar nicht. Der Tacho des Skoda Fabia kann sie nicht anzeigen, weshalb nun sechs Striche zu sehen sind. So sieht es also aus, wenn man etwa 700 Tage im Auto, und 20 Tage an der Zapfsäule verbringt sowie fünf Millionen Mal schaltet.

Eine Million Kilometer mit dem Skoda Fabia!
„Million-Fahrt“: Eine Million Kilometer mit dem Skoda Fabia!
Werbeanzeigen