Nachdenken bei Richtgeschwindigkeit

Jeder hat einen Ort, seinen Ort, um nachzudenken. Der eine am Schreibtisch, der andere unter der Dusche, der dritte … na ja, lassen wir das. Bei mir ist es jedenfalls – Überraschung – das Auto. Das fällt mir erstmalig so richtig auf dem Weg von Hamburg nach Bonn auf. Zu Weihnachten. Auf der über 450 Kilometer langen Strecke in die alte Heimat zu meinen Eltern. Und als ich kurz nach dem Start in die gelbe Welt tief unter der Elbe eintauche, kommt mir, wie abgedroschen, der Weihnachts-Song „Driving home for Christmas“ in den Sinn. Auf Grundlage des Evergreens, der jedes Jahr nicht nur sprichwörtlich die Massen mobilisiert, müsste sich doch ein schöner Blogbeitrag schreiben lassen? Nur, dass in diesem Moment nicht Chris Rea aus den Boxen rödelt, sondern ein x-beliebiger Popsong. Aber wie ich es auch drehe und wende, mir scheint der Zusammenhang zwischen meiner Fahrt über die Autobahn, zwei Tage vor Weihnachten, und „Driving home for Christmas“ nicht nur offensichtlich sondern auch konstruiert.

Und wie ich so vor mich hin sinniere, fällt mir auf, wie gut ich bei der Monotonie des Tempomaten, der einigermaßen langweiligen Autobahn A1 zwischen Hamburg und Bremen und der Ruhe nachdenken kann. Ja, mein Ort zum Nachdenken ist das Auto. Hier denke ich nicht nur über neue Blogbeiträge nach oder darüber, wie sie sich am besten schreiben ließen – schließlich ist längst nicht jeder Text ein Selbstgänger. Hier, auf dem linken Stuhl meines Lieblingsdiesels besprechen meine Synapsen auch wichtige Fragen wie: Was möchte ich als nächstes an meinem Auto in Angriff nehmen? Investiere ich Erspartes lieber in die Lackierung mancher Kunststoffteile an meinem VW Scirocco oder doch lieber in ein neues Bücherregal? Schließlich fällt das alte, noch aus dem Erbe meines Opas, langsam aber sicher in sich zusammen.

Mein Auto, meine Denkmaschine. Wenn ich mich hineinsetze, den Gurt anschnalle und die ersten Kilometer meiner zahlreichen Autobahn-Etappen antrete, kehrt eine Ruhe ein, die der Alltag oft nicht bietet. Eine Denkmaschine, die mich an Sheldon, den autistisch anmutenden Charakter aus „Big Bang Theory“ erinnert, der sich bei schwerwiegenden wissenschaftlichen Problemen (er ist Physiker) seinen imaginären „Denkhelm“ aufsetzt. Nur dass ich in meinem Auto nicht physikalische, sondern viel eher Budgetrechnungen anstelle: etwa 100 Euro für einen Regel gegen schätzungsweise 600 Euro für Lackierarbeiten. Oder das Geld komplett sparen? Für den blauen Lieblings-Passat (32B), der aktuell sein abgemeldetes Schattendasein in einer Scheune bei Bonn fristet (Er hat meinen Schritt nach Hamburg nicht mitbegleitet, was mir regelmäßig Kopfzerbrechen bereitet). Schließlich ist ja noch einiges an ihm zu tun, er hat an einigen Stellen Rost. Luxusprobleme, ich weiß. Es ist ein Luxus, über solche Geldwerte für ein Hobby nachdenken zu können. Es ist auch ein Luxus, darüber nachdenken zu können, welchen der kommenden freien Tage ich für eine schöne Autowäsche – natürlich per Hand – nutze.

Und während ich schließlich wenige Kilometer vor meinem Ziel die gelbe Welt des Bad Godesberger Tunnels durchquere, stelle ich fest, wie gut es ist, solch einen Ort zum Nachdenken zu haben. Auch wenn er manchmal nicht zu einer Antwort führt, etwa, ob ein neues Regal die Lackierarbeiten am Scirocco ausstechen oder ich das Geld doch für den Passat spare. Aber die nächste Autobahnetappe kommt schon bestimmt. Und dann bestimmt auch die Antwort.

Rutschpartie

Mit gut 50 auf dem Tacho kommt das Hindernis so schnell, so überraschend, dass vor ihm eine Vollbremsung nicht mehr möglich ist. Also: Ausweichen – nach links! Und fast schon im gleichen Moment auch wieder nach rechts, um das Auto in der Spur zu halten. In der Spur, die in einer Linkskurve mündet. Meine Hände umklammern das Lenkrad, die Kontrolle darüber haben sie aber nicht mehr. Für den festgefahrenen Schnee ist das Auto einfach zu schnell. Die Reifen haben keine Haftung. Die Räder schieben in Richtung Kurvenäußeres, die Leitplanke kommt immer näher. Also weiterhin mit aller Macht nach links lenken und nicht weniger vehement bremsen. Bis die Waden schmerzen, bis das Schlittern aufhört und bis das Auto endlich sicher steht.

Kaltverformung vermieden! Besser gesagt: Ich hätte sie vermieden. Wäre das die Realität und nicht eine Übung im Fahrsicherheitstraining gewesen. Und im Grenzbereich. Der schmierige Untergrund war auch kein Schnee. Doch was in der Theorie nur eine unter Wasser gesetzte Multifunktionsfläche ist, bleibt in meiner Wahrnehmung auch im zweiten Versuch Schnee. „Und jetzt steigere die Geschwindigkeit nochmal“, rauschte und knackt es aus dem Funkgerät. „Weich dem Hindernis aus oder noch besser: Brems so, dass du vorher zum Stehen kommst.“ Das Hindernis – Wasserfontänen, die aus dem Boden schießen – nimmt bei 50 km/h bereits bedrohliche Züge an. Das vorherige Tempo jedoch ging im direkten Vergleich nahezu leicht von der Hand: Es waren 40 km/h.

Lancia am Limit

Eine Kulisse wie zu den Anfängen der Autorennen – zumindest so, wie wir es uns heute vorstellen: das 15. Stadtpark Revival in Hamburg. Nur wenige Barrieren trennen die Strecke vom Publikum, an den schnellsten oder gefährlichsten Punkten stehen vereinzelt Leitplanken. Sonst aber sorgen nur unzählige Heuballen für den nötigen Schutz der Teilnehmer – oder den der Besucher, die entlang des Rundkurses im Herzen Hamburgs stehen. Die Strecke führt über 1,7 Kilometer durch den Stadtpark, ist eng, verwinkelt, anspruchsvoll. Und während die Zuschauer gebannt zum Start schauen, laufen dort die Motoren der nächsten Rennklasse warm. Darunter auch der Lancia Delta HF Integrale, in dem ich als Co-Pilot neben Andreas sitze, nicht wissend, wie sich das Rennen entwickeln wird. Wie sich der Lancia im Pulk von PS-starken Porsche 911 oder schwächeren Ford Capri sowie allerlei Exoten schlagen wird? Wir die zwei Neulinge unter zig Teilnehmern des Rennens am 3. und 4. September 2016, während man die anderen getrost als Stammgäste bezeichnen kann.

Stadtpark Revival Hamburg 2016

Der Helm ist aufgesetzt, der Sicherheitsgurt nachgezogen. Andreas schaut prüfend auf die Öltemperatur: Ist der  Lancia Delta HF Integrale auch wirklich warm? Mehrere zehn Meter vor uns senkt sich in diesem Moment auch schon die Leine, die den Start von der Strecke trennt. Jemand gibt das Startsignal. Ob per Hand oder per Zuruf kriegen wir aus der vierten Reihe schon gar nicht mehr mit. Dass es los geht aber umso nachdrücklicher: Die Autos um uns herum stürmen los. Jagdhunde, die von der Leine gelassen wurden. Die Motoren brüllen, mit ihnen auch der Zweiliter-Vierzylinder des Lancia Delta HF Integrale. Endlich darf der Italiener mal zeigen, was er drauf hat. Sich mit ihnen messen. Sogar mit zeitgenössischen Konkurrenten, etwa der Alfa Alfetta GTV. Doch hat der Beschleunigungsrausch schon wenige hundert Meter später sein Ende. Die erste Schikane steht an, in die sich der Pulk nur so reinquetscht – etwa zehn Autos düsen über die Strecke. Durch die dicht gestellten Heuballen links und rechts schlängeln sie sich hindurch und treten anschließend erneut aufs Gas. Der Sound von Boxermotoren trifft auf das Surren der Vierzylinder und den Klang von V6-Aggregaten – es ist eine ganz eigene Tonalität.

Stadtpark Revival Hamburg 2016

Das Tempo ist hoch, überraschend hoch sogar. Die Teilnehmer sind nicht zum Stadtpark Revival nach Hamburg gekommen, um ihre Jahrzehnte alten Boliden zu schonen. Nein, hier werden die Reserven der Oldies noch einmal richtig herausgeholt. Ungeachtet der Enge, der aufwändigen Restaurierungen und der schwierigen Strecke. Dafür umso mehr zur Freude der Zuschauer. Vergessen sind Tempolimits, mahnende Worte der Veranstalter: Frei nach Darwin zählt hier auf der Strecke nur das Gesetz des Stärkeren. Und die bestimmen ganz klar die Urelfer, die sich bereits vor der ersten Schikane an den Langsamen des Teilnehmerfelds vorbeigeräubert haben. Aus einer der hinteren Reihen gestartet, sind wir hingegen mitten im Pulk. Der Lancia Delta HF Integrale? In seinem Element, unter den dicken Backen verbeißen sich die 17-Zöller dank Allradantrieb in den Asphalt. Der Turbo pfeift, möchte liebend gerne die 185 PS und 310 Newtonmeter Drehmoment aus den zwei Litern Hubraum herausholen – kann es aber nicht. Denn während sich die Porsche laut hörbar vom Acker machen, wird Andreas an der Haarnadelkurve von einem VW Scirocco ausgebremst. Ausgerechnet der piefige Scirocco, der den nüchternen VW-Zeitgeist ausströmt, gegen den rassigen Delta HF Integrale: Der VW-Fahrer schenkt seinem Boliden aber nichts, im Gegenteil. Mit bedrohlichen Hinternwacklern und einem Tanz auf annähernd drei Rädern schmeißt sich der Scirocco in die nächste Kurve, während sich der Lancia Delta HF Integrale bretthart an sein Heck heftet. Das Duell hat begonnen.

Stadtpark Revival Hamburg 2016

Die Strecke des Lancia Delta HF Integrale ist derart eng und verwinkelt, dass sie keinen Moment des Zögerns erlaubt. Wer überlegt, ob er überholen soll, hat in diesem Moment auch schon verloren. Und so ergibt sich das ein oder andere Mal, dass wir im Lancia Delta HF Integrale auf einer Höhe mit dem VW Scirocco auf die nächste Schikane zurasen, bis einer – in dem Falle Andreas – doch wieder zurückzieht. Jetzt aber hat er genug, zieht bei nächster Gelegenheit raus und bleibt diesmal auf dem Gaspedal. Auf Höhe mit dem Scirocco, zwingt er den VW-Fahrer zum Bremsen – schließlich passt durch die nächste Schikane nur ein Auto. Gerade eben vor dem nächsten Heuballen ziehen wir zurück auf die Spur. Duell beendet. Was sich wie eine kleine Ewigkeit anfühlt, waren lediglich fünf Runden oder – anders ausgedrückt – gerade einmal zehn Minuten. Dann ist das Rennen, zumindest unserer Klasse, schon wieder vorbei. Den Einsatz der Teilnehmer haben die Zuschauer am Streckenrand sichtlich genossen, auf der abgeflaggten Schau-Runde applaudieren sie und winken uns zu.

Bus in die Vergangenheit

„Rock around the clock“, rockt Bill Haley aus den Lautsprecherboxen, die vorn angeschlagene Einstiegstür klappt zu und mit einem leichten Stottern erwacht der 110 PS starke Sechszylinder-Diesel im Heck zum Leben. Willkommen in einer Zeitmaschine, willkommen an Bord des Mercedes-Benz O321H und zurück im Jahre 1960.

Mercedes O321H

Die Türschwelle des Mercedes-Benz O321H ist zugleich die Schwelle in ein anderes Zeitalter: Graues Kunstleder, wohin das Auge blickt, abgesetzt durch Unmengen von Chrom. Und all das in Szene gesetzt durch großzügige Dachfenster, die den Passagieren den Blick in den Himmel ermöglichen. Sogar der Fahrer des 9,3-Tonnen-Busses scheint den 1960ern des O321H entsprungen: weiße Hose, weißes Hemd und der verschnörkelte Schriftzug „Autobus Pütz“. Im stilechten Auftritt also begrüßt Fahrer und O321H-Besitzer Uwe Pütz die Geburtstagsgesellschaft, die im O321H eine Ausfahrt machen möchte. Sein zweites Leben als Ausflugsbus im Rheinland hat der Mercedes-Benz O321H dem Kölner Uwe Pütz zu verdanken. Der holte nämlich den Mercedes-Bus 1992 aus der Steiermark, wo der O321H über dreißig Jahre harten Alltagseinsatz als Schulbus geleistet hat. Ein Umstand, der sich auch im Blech wiederfand: eine abgenutzte Innenausstattung, ein abgerockter Motor und natürlich eine Menge Macken im und unterm Blech.

Mercedes O321H

Es verwundert kaum, dass O321H-Fahrer Pütz berichtet, er habe für die Restaurierung des Mercedes-Busses neun Jahre oder 7000 Arbeitsstunden gebraucht – überwiegend in Eigenregie. Doch bei den Schweißarbeiten am Rahmen nahm auch Pütz schließlich Hilfe in Anspruch. Karosseriespezialist Vetter aus Fellbach unterstützte den Neuaufbau des Mercedes nach Kräften. Vetter hat seinerzeit zig Aufbauten auf Basis des Mercedes-Benz O321H erstellt. Ein weiterer schwieriger Punkt: der Motor. Der original 110 PS starke Sechszylinder-Diesel mit 5,1 Litern Hubraum war auf der Strecke geblieben. So musst Uwe Pütz für den originalgetreuen Aufbau des O321H einen Ersatzmotor auftreiben. Ein Militär-O321H spendete schließlich seinen Motor, wie er seinerzeit auch bei der Auslieferung des Mercedes-Benz O321H verbaut war. Nicht weniger kraftraubend war die Aufbereitung der ramponierten und zudem auch noch stark geplünderten Innenausstattung des Mercedes-Benz O321H – sie ließ sich nicht mehr retten. Neues musste her. Pütz fand in mühseliger Suche die Ausstattungen dreier O321H, die kurz vor der Verschrottung standen. Erst dann war ausreichend Kunstleder für den Bezug des Armaturenbretts und der Bestuhlung da.

Mercedes O321H

Und auf eben der sitzt nun laut und vergnügt jene Geburtstagsgesellschaft, die den 60. des Geburtstagskindes feiert. Eine Generation, die den Mercedes-Benz O321H selbst noch als Schul- oder Ausflugsbus erlebt hat. Und es war das Geschenk des Jubilars an sich selbst, eben solch eine Fahrt im O321H noch einmal erleben zu dürfen. Eine Begeisterung, die Uwe Pütz mit Erzählungen aus den Zeiten, in denen der O321H selbst noch ganz jung war, nur noch weiter anheizt. Über das Mikrofon erzählt Pütz den Gästen, dass die Radio-Mikrofonanlage des Mercedes-Benz O321H eine alles andere als billige Innovation war. Mit rund 1500 D-Mark damals etwa halb so teuer wie ein VW Käfer. Überhaupt: Was seinerzeit riesig, schnell – womit im Übrigen auch Mercedes selbst geworben hat – und somit die Krone der Technik war, erscheint nicht nur den Auto-affinen Geburtstagsgästen über 50 Jahre später geradezu knuffig. Die Zeiten, dass ein Bus lediglich 38 Sitzplätze anbietet, bei einer Außenlänge von 9,23 Metern nur 9,3 Tonnen wiegt und mit allerhöchstens 85 km/h über die Autobahn in den Italienurlaub fährt, sind schlicht vorbei.

Mercedes O321H

Umso mehr lassen sich die Passagiere von der zumindest nach heutigen Maßstäben bewussten Langsamkeit des Mercedes-Benz O321H bei Hoch- und Runterschalten mit Zwischengas, von der urigen und detailverliebten Innenausstattung samt Gardinen und Gepäckbrücken verzücken. So schafft ein Bus, der als einer von insgesamt 18.000 Mercedes-Benz O321H im Jahr 1960 in Mannheim vom Band lief, was auch die modernste Technik nicht hinzukriegen vermag: Er versetzt seine Passagiere, den 50er- und 60er-Jahren entsprungen, wieder zurück in ihre Kindheit – bis Bill Haley und der Sechszylinder-Diesel im Heck verstummen, die Einstiegstür aufklappt und die Passagiere des Mercedes-Benz O321H wieder in der Gegenwart angekommen sind.

1400 Kilometer für sechs Striche

25 Mal um die Erde – so weit ist Peter Kirchhoff mit seinem Skoda Fabia gefahren. Pünktlich zum 13. „Geburtstag“ seines Autos machte er 2013 am Skoda-Stammwerk in Mlada Boleslav die Million Kilometer voll – und ich war dabei. Ein Rückblick auf einen kilometerreichen Ausflug!

Start der "Million-Fahrt" am Heimatort von Peter Kirchhoff.
Start der „Million-Fahrt“ am Heimatort von Peter Kirchhoff.

Eigentlich hätte ich ja zuhause bleiben und für die Politik-Klausur lernen sollen. Eigentlich. Stattdessen rolle ich hier auf mal besseren, mal schlechteren Landstraßen quer durch die tschechische Pampa. Vor mir führt die Straße mitten durch Kornfelder kilometerlang geradeaus, geradewegs ins Nichts. Na ja, vielmehr in Richtung immer dunkler werdenden, fast schon bedrohlichen Regenwolken. Hinter mir: 20, 25 oder noch mehr Skoda. Der Konvoi fährt nach Mlada Boleslav, der tschechischen Stadt mit dem Skoda-Stammwerk und -Museum. Es ist die „Million-Fahrt“, wie Peter Kirchhoff die Fahrt nennt. Seine Fahrt, und die seines Autos. Es ist 13 Jahre nach Auslieferung des Fabia nämlich die entscheidende Fahrt, mit der sein Skoda mit dem 1,9 TDI den unglaublich anmutenden Kilometerstand von einer Million Kilometer vollendet.

"Million-Fahrt" mit Peter Kirchhoff!
„Million-Fahrt“: Zig Freunde, Bekannte und Unterstützer waren dabei.

Am Vortag startete die „Million-Fahrt“ – nicht etwa in der tschechischen Pampa, sondern in Peter Kirchhoffs Heimatort Sprockhövel (NRW). Schon vom Start weg begleitete ihn eine kleine Gruppe von Freunden und Forenbekanntschaften in Richtung Dresden, quasi zum Sammelort und Ausgangspunkt für die eigentliche „Million-Fahrt“. Und mittendrin: meine Wenigkeit mit meinem Skoda Octavia (1U). Die Fahrt nach Dresden, also dem ersten Etappenziel, gestaltete sich bis auf zwei kleinere Staus recht angenehm – zumindest fürs Auto. Während sich der 1,8 Turbo meines Skoda Octavia bei Außentemperaturen um 26 Grad und einem Tempo von 90 km/h offenbar extrem wohl fühlte, schwitzte ich unter der sengenden Mittagssonne vor mich hin. Es ist nicht nur das Wohlfühl-Tempo meines Octavia, sondern auch das von Peter Kirchhoff: Den Großteil der bald eine Million Kilometer im Skoda Fabia (6Y) hat er im besonders verbrauchsgünstigen Tempo von knapp unter 100 km/h absolviert – was sich im niedrigen Durchschnitt von 3,68 Litern je 100 Kilometer niederschlägt. Und während die Verbrauchsanzeige meines Octavias ebenfalls rekordverdächtig niedrigen Werten entgegensegelte, stieg mein Wasserverbrauch im warmen Auto so hoch wie nie.

Skoda Octavia als Campingmobil – Zwischenstop in Dresden auf dem Weg nach Mlada Boleslav.
„Million-Fahrt“: Skoda Octavia als Campingmobil – Zwischenstop in Dresden

Nach dem ersten Streckenabschnitt, einem abendlichen Umtrunk und meiner abenteuerlichen Nacht im zum Campingmobil umgebauten Skoda Octavia trafen sich die Teilnehmer vor den Toren Dresdens wieder. Pünktlich um 8 Uhr sollte der Konvoi in Richtung Mlada Boleslav weiterrollen. Doch im Gegensatz zum ersten Treffpunkt in Sprockhövel erwartete uns in Dresden locker die fünffache Menge an Teilnehmern: Über 80 Leute mit 60 Skoda wollten Peter Kirchhoff und seine „Million-Fahrt“ unbedingt begleiten. Strahlender Sonnenschein und beste Sichtverhältnisse zu Beginn der Fahrt ließen auf einen schönen Tag hoffen, doch begrüßte uns das tschechische Wetter bereits wenige Kilometer hinter der deutsch-tschechischen Grenze in ganz schön schlechter Laune – und hetzte uns dunkle Regenwolken auf den Hals. Und zu allem Überdruss riss der Konvoi zu Peters „Million-Fahrt“ komplett auseinander: Die von Peter geplante Route war schlichtweg eine andere als die, die das Navi vieler Teilnehmer vorschlug. Da ich zur Navi-Fraktion gehörte, befand ich mich auf einmal in einer Gruppe recht orientierungsloser Skoda-Fahrer und nach Absprachen mit ihnen an deren Spitze wieder.

"Million-Fahrt" mit Peter Kirchhoff: Landstraße vor Mlada Boleslav.
„Million-Fahrt“: Tschechische Landstraße im Nirgendwo vor Mlada Boleslav.

Und so übernehme ich, stets in Funkkontakt (CB-Funk) mit einem Teilnehmer direkt hinter mir und einem weiteren am Ende des Konvois, auf einmal die Rolle des Führungsfahrzeugs und leite den Konvoi nach Mlada Boleslav. Durch die stark arbeitenden Scheibenwischer kann ich die zahlreichen landwirtschaftlichen Felder erahnen, in den Außenspiegeln reflektiert das Licht der Scheinwerfer der anderen Skdoa. Und im Funkgerät rauscht und knackt es immer mal wieder. Und genau darüber kommt nach zig Kilometern durch die Einöde auch der vermehrte Wunsch nach einer Toiletten-Pause auf. Was mich zur Frage bringt: Wie und wo bringe ich rund 30 Autos unter? Mitten auf der Landstraße erscheint mir doch etwas zu heikel, weshalb ich mir am Rande des nächsten Ortes in Aussicht auf einen großzügigen Kiesplatz am Straßenrand ein Herz fasse und den Konvoi stoppe. Und so kommt’s, dass auf einmal 30 Skodas ein kleines tschechisches Dorf in der Landschaft vor Mlada Boleslav in Beschlag nehmen. Ein kurioses Bild, wie die Autos neben-, hinter- und voreinander auch das letzte Quäntchen Platz zu nutzen versuchen, ohne den eigentlichen Verkehr zu behindern.

Alle Teilnehmer der "Million-Fahrt" am Skoda-Museum in Mlada Boleslav.
Alle Teilnehmer der „Million-Fahrt“ am Skoda-Museum in Mlada Boleslav.

In Mlada Boleslav angekommen, finden sich schließlich auch nach und nach die Splittergruppen des Konvois ein –einschließlich der Hauptperson und seinem kleinen Silberpfeil, noch mit einigen Reserve-Kilometern auf der Uhr. Mit punktgenauen Kilometerstands-Jubiläen hat Peter Kirchhoff Erfahrung: Die 500.000 Kilometer fielen am Torfhaus im Harz, die 600.000 am Fuße des Brandenburger Tor in Berlin, die 777.777 direkt am Eifelturm in Paris und die 950.000 an der Tower Bridge in London. Und jedes Mal kam Peter Kirchhoff mit dem exakten Kilometerstand an. Und so sind auch bei der „Million-Fahrt“ Sorgen unbegründet, es könnte nicht klappen: Mit einer letzten Runde durch Mlada Boleslav fährt der Skoda Fabia auch noch die letzten Kilometer vor der Million herunter, ehe Peter Kirchhoff unter großem Beifall und Zurufen auf dem Parkplatz des Skoda-Museums empfangen wird. Die spannende Frage: Wie würde sich die eine Million Kilometer im Tacho zeigen? Antwort: Gar nicht. Der Tacho des Skoda Fabia kann sie nicht anzeigen, weshalb nun sechs Striche zu sehen sind. So sieht es also aus, wenn man etwa 700 Tage im Auto, und 20 Tage an der Zapfsäule verbringt sowie fünf Millionen Mal schaltet.

Eine Million Kilometer mit dem Skoda Fabia!
„Million-Fahrt“: Eine Million Kilometer mit dem Skoda Fabia!

Im Passat durch Skandinavien

Mit dem Passat on the road: Was Anfang 2015 nur eine fixe Idee war, wurde im Sommer danach schließlich Realität eine Skandinavien-Trophy mit meinem VW Passat 32B von 1987.

Die Straße vor mir erstreckt sich kilometerlang in Richtung blauem Horizont, gesäumt von abertausenden Bäumen an beiden Seiten und dem zwischen ihnen hindurchglitzernden See. Während mein Vater und ich im alten VW Passat 32B über die breite Straße fahren, sehen wir keine Menschenseele. Hier, mitten in Schweden, liegen zwischen den teils so kleinen Ortschaften mehr als 30 Kilometer Entfernung, sodass wir auf der breite Straßen meistens für uns sind allein mit der Natur, dem herrlichen Sonnenschein und den Warnungen vor Skibobs oder Elchen, die ab und zu am Straßenrand zu lesen sind. Der Sommer lässt Skibobs natürlich weniger erwarten, aber auch die scheuen Elche lassen sich nicht blicken. Es ist so ruhig, wie es nur Landkinder kennen. Eine Ruhe, die lediglich vom gleichmäßig sonoren Ton des Fünfzylinders meines VW Passat 32B und des Fahrtwinds unterbrochen wird. Hektik ist ein Begriff aus einer anderen Welt, die wir für zwei Wochen hinter uns gelassen haben.

Sind wir wirklich in Paris? Mich wurmt das Straßenschild, meinen VW Passat 32B lässt es hingegen kalt.
Sind wir wirklich in Paris? Mich wurmt das Schild, den VW Passat 32B lässt’s kalt.

Hektik herrschte noch wenige Wochen zuvor, als wir unser ehrgeiziges Ziel in Angriff nahmen, mit dem alten VW Passat 32B in zwei Wochen quer durch Skandinavien zu fahren. Von der Heimat Bonn aus starteten wir mit einer gefühlten LKW-Ladung Anti-Mücken-Spray, einem Monatsvorrat Süßigkeiten und natürlich zwei Koffern voll Klamotten gen Norden. Bei ungemütlichem, für einen Sommer ungewöhnlich kühlem Wetter drehten wir die Heizung hoch, kuschelten uns in die auch nach 28 Jahren noch recht bequemen Sitze und ließen Deutschland im VW Passat 32B hinter uns. Mit der Ankunft im dänischen Skanderborg aber lichtete sich der Himmel, die Sonne brachte den See inmitten von unberührter Natur zum Glitzern. So viel Wald, so viel Wasser auf einem Fleck, eine Verheißung für den Roadtrip die sich aber erst so richtig mit Ankunft in Norwegen einlösen wollte. Für die Fährüberfahrt ging es, entlang von 1000 und einem Rastplatz, diagonal durch Dänemark bis zur Westküste, der wir in Richtung Hirtshals  dem Startpunkt der Fähre folgten. Mit einem kleinen Abstecher in den Küstenort Blokhus, in dem uns die Straße geradewegs auf den Strand führte: Flugs den VW Passat 32B geparkt, den Campingstuhl ausgepackt und die bis dato noch wenigen Sonnenstrahlen im Norden Dänemarks genutzt.

Im dänischen Blokhus darf der VW Passat 32B direkt auf den Strand.
Im dänischen Blokhus darf der VW Passat 32B direkt auf den Strand.

Die Sonnenstrahlen sollten in den folgenden anderthalb Tagen selten werden. Weder ließ sie sich über dem kleinen Campingplatz in Hjorring blicken, auf dem wir eine Unterkunft in der Größe eines Gartenhauses gemietet hatten, noch zeigte sie sich über Hirtshals oder bei der Überfahrt nach Norwegen. Mit viel Regen und gut 1200 absolvierten Kilometern im Gepäck starteten wir am norwegischen Küstenort Larvik in eine für uns gänzlich andere Welt. Auf einmal zeigte sich nicht nur die Sonne wieder in ihrer vollen Pracht, sie unterstützte auch die so viel buntere Welt Skandinaviens. Satt gelbe Rapsfelder, grau, braune Felsen und eine üppig-grüne Natur drumherum. Die Häuser, zumeist nicht aus Stein, sondern aus Holz im charakteristischen Rot. Die Farbe Rot sollte uns nicht nur am Streckenrand weiter folgen, sie nämlich entstand als Nebenprodukt der Kupferproduktion in Falun der Gegend um Rättvik. Doch bevor es uns kurz nach der Ankunft in Norwegen nach Rättvik verschlug, nahmen wir ab Larvik erst die Landstraße, dann die Autobahn gen Oslo und damit geradewegs ins schlechte Wetter. Mal wieder. Oslo ist erstaunlich kompakt, in gut anderthalb Tagen bequem zu erlaufen. Doch, was uns auch mit dem VW Passat 32B nicht recht gelingen wollte, schafften wir erst recht nicht zu Fuß. Das schlechte Wetter verfolgte uns bis zur Stadtgrenze Oslos, quasi bis zur Grenze nach Schweden.

Alter Deutscher vor altem Schweden: Der VW Passat 32B vor einem alten Landgut in Boda.
Alter Deutscher vor altem Schweden: Der Passat vor einem alten Landgut in Boda.

Hier, im Tiefen Westen Schwedens, zieht sich die Straße kilometerlang bis zum blauen Horizont, sofern man ihn vor lauter Bäumen überhaupt sieht. Durch diese glitzert immer mal wieder das Wasser der gefühlt tausenden Seen entlang der Strecke nach Rättvik. Beeindruckenden Weiten, eine unberühte Landschaft. Es wird still im VW Passat, denn es gibt viel zu sehen, bei gut 300 Kilometern pro Tag auch viele Eindrücke zu verarbeiten. Durch Rättvik hindurch, machen wir es uns in Boda gemütlich, einem noch kleineren Ort in der Hinterlandschaft Rättviks und bereits 1800 Kilometer von der Heimat entfernt. Hier haben wir uns auf einem ehemaligen schwedischen Bauernhof eingemietet. Es begrüßt uns der Hofhund, dessen schwedischer Name für die deutsche Sprache ein Zungenbrecher ist! Wir schlafen auf dem alten Speicher des Schuppens, um uns herum summt und brummt es, der Hund bellt, die Hühner gackern und auch eine Katze schaut vorbei und holt sich die verlässlichen Streicheleinheiten seiner Gäste ab. Und inmitten der Idylle der alte, blaue VW Passat 32B. Als hätte das Auto schon alles auf der Welt gesehen und wartete nur darauf, weiterzufahren. Das tut wir auch, für einen Tagestrip in Richtung Tällberg einem schönen kleinen Örtchen am Ufer des Siljansees. Am kleinen Jachthafen gönnen wir uns entspannte Stunden in der Sonne, lesen im Touristen-Führer, überlegen die weitere Route und genießen diese Ruhe. Kein Verkehrslärm, kein Großstadtrauschen, nur das leise Plätschern des Wassers am Ufer, das Zwitschern der Vögel und der leichte Wind im Ohr.

Mein VW Passat 32B und ich im schwedischen Tällberg.
Mein VW Passat 32B und ich im schwedischen Tällberg.

Am nächsten Tag, auf der Tour zur Universitätsstadt Uppsala, passiert der Kilometerzähler des alten VW Passat 32B die 300.000 Kilometer. Und genau bei 300.142 Kilometern kommen wir an der Ostküste Schwedens und in der Stadt an, in der immerhin gut 1/4 der 180.000 Einwohner studieren. Der Zeitpunkt ist gekommen, um dem Kantholz von Passat geparkt inmitten aller rundgelutschten modernen Autos eine Ruhepause zu gönnen. Mit dem Zug fahren wir in die gut 45 Minuten entfernte Hauptstadt Schwedens. In Stockholm treffen viele Nationalitäten auf einen wunderschönen, kaum von Industrie geprägten Hafen und auf bunte Häuserzeilen in der Altstadt. Stockholm zeigt uns aber auch: Schweden ist ein Land der Gegensätze. Hochmoderne Großstädte oder gar Metropolen wie Stockholm auf der einen Seite, Kieswege als Bundesstraßen auf der anderen wie uns die Strecke von Uppsala nach Kristinehamn vor Augen führt. Den robusten Stahlfelgen kann der hochspritzende Kies nichts anhaben, doch leidet die Windschutzscheibe des VW Passat 32B sichtlich. Nicht nur die unbefestigten Straßen sorgen für Einschläge, auch einer der vielen großen Holztransporte verewigt sich mit einem fiesen Steinschlag in unserer Frontscheibe. Ankunft in Kristinehamn. 2496 Kilometer liegen hinter uns. Halbzeit.

Gemeinsam im Abendrot von Uppsala: Mein VW Passat 32B und ich.
Gemeinsam im Abendrot von Uppsala: Mein VW Passat 32B und ich.

Auf der nächsten Etappe erwartet uns Trollhättan eingefleischte Autofans wissen, das war die Heimat der Pleite gegangenen Marke „Svenska Aeroplan Aktiebolaget“ (Saab). Eine unscheinbare Lagerhalle entpuppt sich hier als Spielwiese für Autofans: darunter Autos, von denen wohl manch einer nicht einmal weiß, dass sie Saab produziert hat. Beispiel: ein Subaru Impreza WRX Wagon, dessen Front der typische Saab-Grill ziert. Ob solch billige Plagiate das Ansehen Saabs verwässert und zum Niedergang geführt haben? Vermutlich schon, kommt der Gedanke mir beim Gang zur benachbarten Schleuse auf. In Trollhättan überwinden sechs Schleusen eine Höhe von 44 Meter, verbinden Trollhättan mit Stockholm und machten die Stadt zu einem wirtschaftlich bedeutenden Standort. Zurück am treu wartenden VW Passat 32B, fahren wir zum wunderschönen, allerdings auch touristisch arg überlaufenen Küstenort Fjällbacka. Der Charme des kleinen Orts ergibt sich nicht nur durch die gedrängte Lage der zahlreichen kleinen, typisch roten Häuschen direkt am Wasser mit Blick auf viele viele Schären, sondern auch durch einen gewaltigen Felsen im Ortskern. Er sieht aus, als habe Gulliver im Land der Liliputaner einen Kieselstein fallen lassen. Dort, von oben hoch über dem Ort, ergibt sich ein beeindruckendes Panorama.

Zwischenstation in Göteborg: Der VW Passat 32B umgeben von Kindern, seine Paraderolle.
Göteborg: Der Passat umgeben von Kindern, seine Paraderolle.

Nach der Übernachtung in einer urigen Jugendherberge auf der kleinen Insel Hamburgö, starten wir über die Kettenfähre wieder aufs Festland und in Richtung Süden. Nächste Station: Göteborg. Eine, mit der Charme Fjällbackas verglichen, deutlich weniger aufregende Stadt. Klar, die Altstadt hat ihren Reiz, doch vermag uns die überwiegend industriell geprägte Hafenstadt nicht zu fesseln. Vergleichsweise schnell geht’s deshalb mit dem VW Passat 32B weiter in Richtung Süden, zur Zwischenstation Halmstad auf dem Weg zurück nach Dänemark. Mit 301.000 Kilometer auf der Uhr, durch die Autobahn wieder einen Verbrauch von über acht Litern Benzin kommt der Passat am Fuße der Öresundbrücke zum Stehen. Es ist die weltweit längste Schrägseilbrücke für Straßen- und Eisenbahnverkehr. So monumental, dass wir für einen besseren Eindruck die Autobahn verlassen haben, um am Fuße der Brücke wieder aufzutauchen und die Aussicht auf das Bauwerk und den Öresund zu genießen.

Mit dem Passat am Fuße der schwedisch-dänischen Öresundbrücke.
Mit dem Passat am Fuße der schwedisch-dänischen Öresundbrücke.

Da wir vor den Toren Kopenhagens das Nachtlager aufgeschlagen haben, lassen wir den VW Passat 32B abermals stehen und fahren mit dem Zug in die schöne, bei tollem Wetter aber auch überfüllte Hauptstadt Dänemarks. Bewundernswert unaufgeregt und klein ist der königliche Palast; übrigens der ditte Königspalast auf unserer Route durch Norwegen, Schweden und nun Dänemark. Derart unauffällig, dass die Menschenmassen an ihm vorbeiziehen und viel lieber die „kleine Meerjungfrau“ belagern. Wie am Anfang unserer Route überfällt uns in Dänemark das schlechte Wetter: Odense, die nächste dänische Stadt auf unserer Fahrt, begrüßt uns von seiner grauen, nassen und ungemütlichen Seite. Es lässt nicht allzu viel erwarten, zumal sich das einzige Automuseum in der näheren Umgebung als Luftnummer herausstellt. Doch überrascht uns das Zentrum der mit 190.000 Einwohnern viertgrößten Stadt Dänemarks mit einer wunderschönen Altstadt, die sich touristisch ganz auf den berühmten Märchenautor und gebürtigen Odenser Hans Christian Andersen eingeschossen hat. Wie wir reingekommen sind, kommen wir auch wieder aus Odense und Dänemark raus: auf der Autobahn. Über die kehren wir auch im VW Passat 32B zwei Wochen nach unserem Start zurück nach Bonn und ziehen am Tag danach Bilanz: 14 Tage, 4354 Kilometer und 0 Probleme. 62 Stunden reine Fahrt in 14 Tagen Urlaub sind schneller herum als gedacht, die Erinnerungen aber bleiben ein Leben lang.